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Mit ‘Tiere’ getaggte Beiträge

Tierischer Rausch

Wie uns die psychedelische Erfahrung mit dem Tierischen verbindet. 

Weltweit und über die Zeitepochen und Kulturen hinweg verbindet uns Menschen das Bedürfnis nach Rausch. Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere suchen veränderte Bewusstseinszustände. Menschen, Tiere und psychoaktive Substanzen hängen in vielerlei Hinsicht zusammen, sei es durch das Streben nach Rausch, durch molekulare Verbindungen, durch Visionen oder durch die Phänomenologie der aussergewöhnlichen Zustände unter Einfluss von Psychedelika. 

Von Helena Aicher 
Lektoriert von Marie Reinecke und Selina Engeli 
Illustriert von Helena Aicher 

Der Genuss psychoaktiver Substanzen und die psychedelische Stimulation sind nicht nur dem Menschen ein Bedürfnis. Auch Tiere berauschen sich absichtlich. Solche Erfahrungen scheinen sogar so essentiell zu sein, dass verschiedene Arten, wenn sie einmal Kenntnis von der Wirkung eines bestimmten Stoffes gemacht haben, diese Substanz immer und immer wieder zu sich nehmen. Durch den Charakter dieses Strebens nach Rausch gleicht es den Grundbedürfnissen nach Sexualität und Nahrungsaufnahme.  

«The pursuit of intoxication with drugs is a primary motivational force in the behavior of organisms (…) Like sex, hunger, and thirst, the fourth drive, to pursue intoxication, can never be repressed. It is biologically inevitable.» 

Siegel, 1989 

Der evolutionäre Vorteil von Fortpflanzung und Nahrungsaufnahme liegt auf der Hand. Weniger einleuchtend scheint auf den ersten Blick das Grundbedürfnis nach Rausch zu sein, beinhalten berauschende Substanzen und Erfahrungen doch Risiken, die kaum der biologischen Fitness dienlich sein können. Samorini (2001) argumentiert jedoch Horizont erweiternd, die Steigerung des divergenten Denkens unter Einfluss von Psychedelika könnte letztlich indirekt zu einem evolutionären Vorteil führen. Durch das divergente Denken, welches im Gegensatz zum konvergenten Denken üblicherweise als Kreativität oder als Teil ebendieser definiert wird, würde das Tier auf kreative Lösungen kommen, die seinen Artgenossen nicht zugänglich sind. In der Tat konnten Kuypers und Kollegen (2016) zeigen, dass die Einnahme von Ayahuasca, einem DMT-haltigen Gebräu aus der Amazonasregion, das divergente Denken beim Menschen erhöht. Dieses out-of-the-box-Denken könnte letztlich zu einer effizienteren Adaptionsfähigkeit führen, die – so könnte man dies interpretieren – sogar eher revolutionären (statt evolutionären) Charakter hätte. 

Wir Menschen scheinen also mit anderen Tieren dieses Bedürfnis nach Rausch zu teilen und dieses könnte unter Umständen sogar der Evolution dienlich sein. 

Im Folgenden werden wir uns lediglich mit psychedelischen Substanzen (wie beispielsweise LSD, DMT, Meskalin, Psilocybin) – nicht jedoch mit andersartig berauschenden – auseinandersetzen. 

Das Molekül in mir 

Eine über die Gemeinsamkeit des Rauschbedürfnisses hinausgehende, tatsächlich molekulare Verbindung entsteht, wenn der Mensch Tiere nutzt, um sein Bewusstsein zu verändern. Kambô, eine Substanz, die in indigenen Ritualen zur Reinigung Verwendung findet, wird beispielsweise aus dem Sekret eines Frosches gewonnen. Ein weiteres Beispiel ist die Kröte Bufo alvarius (Coloradokröte), deren Schleim 5-MeO-DMT enthält, das ebenfalls rituell genutzt wird. Auch eine bestimmte Sorte Honig im Himalaya-Gebirge soll eine halluzinogene Wirkung haben. Hier handelt es sich also wortwörtlich um «das Tier in mir».  

Tiere in psychedelischen Ritualen indigener Kulturen 

Nicht nur werden die Psychedelika enthaltenden Tiere rituell genutzt; Tiere spielen auch in schamanischen Visionen bei rituellem Gebrauch psychoaktiver Substanzen in indigenen Kulturen eine wichtige Rolle, auch wenn nur wenige dieser Substanzen tierischer Herkunft sind; meistens stammen sie aus Pflanzen oder Pilzen. Typisch ist beispielsweise bei Ayahuasca-Ritualen die Erscheinung von Schlange und Jaguar. Anekdoten zufolge soll der Jaguar beim Kauen der Ayahuasca-Liane beobachtet worden und so dem Menschen als Beispiel vorausgegangen sein. Sogenannte Krafttiere spielen auch im westlichen Neo-Schamanismus eine wichtige Rolle (vgl. z. B. Metzner, 2013).  

Die Brücke zur aktuellen Psychedelikaforschung 

Tiere kommen aber nicht nur als Vision in der psychedelischen Erfahrung vor, sondern auch auf einer Metaebene, indem sich das Erleben unter Einfluss solcher Substanzen durch Merkmale auszeichnet, die man als basal, archaisch, dem Lustprinzip folgend, ontologisch und evolutionär früh angesiedelt und somit gewissermassen als tendenziell tierisch beschreiben könnte. Krähenmann und Kollegen (2017a, 2017b) konnten dieses bisher hauptsächlich aus qualitativen Berichten bekannte Phänomen in zwei Studien mit LSD auch quantitativ nachweisen. Die Erzählungen der Probanden über ihr momentanes Erleben post-peak zeichneten sich durch ein erhöhtes Mass an kognitiver Bizarrheit und primärprozesshaftem Denken aus, und zwar jeweils mediiert durch die 5HT2A-R-agonistischen Eigenschaften des LSD. Bei Ersterem handelt es sich um einen Index für traumähnliche Inhalte (REM-Schlafphase), die sich durch irreale, unrealistische, seltsame und fantasievolle Wahrnehmungen bezüglich Situationen, Objekten, eigenen Gefühlen und Gedanken auszeichnen. Primärprozesse sind laut einer meta-psychologischen Theorie Freuds automatische, motivations- und emotionsgetriebene, tieferliegende Prozesse (Lustprinzip), die phänomenologisch eher dem Tierischen zuzuordnen sind, während Sekundärprozesse als höher hierarchische, adaptive, reflektierte und regelgebundene Prozesse definiert werden, welche die Primärprozesse unterdrücken (Realitätsprinzip). 

Neuropsychologische Studien liefern Ergebnisse, die ebenfalls in diesem Kontext interpretiert werden können. Beispielsweise wird durch Psychedelika die Aktivität im Präfrontalkortex (PFC) moduliert (vgl. z. B. Carhart-Harris et al., 2012). Dieser ist beim Menschen im Vergleich zu anderen Tieren besonders ausgeprägt und für exekutive Funktionen (Planen, Inhibition und Metakognition) zuständig, also im weiteren Sinne auch für die eben beschriebenen Sekundärprozesse. Unter Einfluss von Psychedelika nehmen verschiedene kognitive Funktionen ab, und zwar insbesondere typisch menschliche Kognitionen wie beispielsweise bestimmte Aufmerksamkeitsaspekte und andere höhere exekutive Funktionen, die mit PFC-Aktivität zusammenhängen (vgl. z. B. Carter et al., 2005; Quednow et al., 2012). Das kann so interpretiert werden, dass sich Probanden unter Einfluss von Psychedelika in einem eher wahrnehmenden und fühlenden Zustand befinden als in einem interpretierenden Modus, was mit den Befunden zu Sekundär- und Primärprozessen in Einklang steht. In Freuds Terminus könnte man auch von verstärktem Lustprinzip und reduziertem Realitätsprinzip sprechen. Auch die Befunde von Kometer et al. (2011), welche besagen, dass unter Einfluss von Psilocybin frühe Potentiale im EEG tendenziell erhöht sind und späte Potentiale eher abnehmen, können mit den hier beschriebenen Veränderungen der kognitiven Prozesse übereinstimmend so interpretiert werden, dass eine Verschiebung stattfindet weg vom Kategorisieren in Richtung Wahrnehmung (Elemente, Farben), was wahrscheinlich ebenfalls eher dem tierischen Zustand entspricht. 

Diese Befunde haben Implikationen für die aktuell weltweit laufenden und geplanten Psychotherapiestudien mit Psychedelika, liefern sie doch mögliche Erklärungen für die den psychotherapeutischen Effekten dieser Substanzen zugrundeliegenden Mechanismen. 

«Wenn man lernen würde, die Fähigkeit von LSD, unter geeigneten Bedingungen visionäres Erleben hervorzurufen, in der medizinischen Praxis und in Verbindung mit Meditation besser zu nutzen, dann könnte dieses neuartige Psychopharmakon, glaub ich, von einem Sorgenkind zum Wunderkind werden.» 

Albert Hofmann, 1979 

Der Mensch bleibt Mensch 

Trotz der hier beschriebenen Studienergebnisse und Interpretationen bleibt der Mensch unter Einfluss von Psychedelika immer noch Mensch. Einige der Effekte psychedelischer Substanzen unterscheiden sich tatsächlich grundlegend vom tierischen Zustand. Viele Tiere sind beispielsweise sehr einfach auf Belohnung konditionierbar. Unter Einfluss psychedelischer Substanzen berichten Menschen von ich-entgrenzten, losgelösten bis hin zu transzendenten Zuständen, also weit weg vom klassisch Triebgesteuerten. 

Die wundersame Phänomenologie psychedelischer Zustände macht Psychedelika zu wertvollen Werkzeugen der Bewusstseinsforschung jenseits konventioneller Vorstellungen der beschreibbaren Welt. Sie erklärt wohl auch die von diesen Substanzen ausgehende Faszination auf uns Menschen, zumal sich ihr Wesen letztlich des für uns Fassbaren entzieht. 


Zum Weiterlesen

Samorini, G. (2001). Animals and Psychedelics. Rochester, Vermont: Park Street Press. 

Siegel, R. (1989). Intoxication: The Universal Drive for Mind-Altering Substances. Rochester, Vermont: Park Street Press. 

Literatur

Carhart-Harris, R. L., Erritzoe, D., Williams, T., Stone, J. M., Reed, L. J., Colasanti, A., Tyacke, R.J., Leech, R., Malizia, A. L., Murphy, K., Hobden, P., Evans, J., Feilding, A., Wise, R.G., & Nutt, D. J. (2012). Neural correlates of the psychedelic state as determined by fMRI studies with psilocybin. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America109, 2138–2143. 

Carhart-Harris, R. L., Muthukumaraswamy, S., Roseman, L., Kaelen, M., Droog, W., Murphy, K., Tagliazucchi, E., Schenberg, E. E., Nest, T., Orban, C., Leech, R., Williams, L. T., Williams, T. M., Bolstridge, M., Sessa, B., McGonigle, J., Sereno, M. I., Nichols, D., Hellyer, P. J., Hobden, P., Evans, J., Singh, K. D., Wise, R. G., Curran, H. V., Feilding, A., & Nutt, D. J. (2016). Neural correlates of the LSD experience revealed by multimodal neuroimaging. PNAS, 113, 4853–4858. 

Carter, O. L., Burr, D. C., Pettigrew, J. D., Wallis, G. M., Hasler, F., & Vollenweider, F. X. (2005). Using psilocybin to investigate the relationship between attention, working memory, and the serotonin 1A and 2A receptors. Journal of Cognitive Neuroscience, 17, 1497–1508. 

Kometer, M., Schmidt, A., Jäncke, L., Vollenweider, F. X. (2013). Activation of serotonin 2A receptors underlies the psilocybin-induced effect on α oscillations, N170 visual-evoked potentials, and visual hallucinations. The Journal of Neuroscience, 33, 10544–10551. 

Krähenmann, R., Pokorny, D., Aicher, H., Preller, K. H., Pokorny, T., Bosch, O. G., Seifritz, E., & Vollenweider, F. X. (2017a). LSD increases primary process thinking via serotonin 2A receptor activation. Frontiers in Pharmacology, 8, e814. 

Krähenmann, R., Pokorny, D., Vollenweider, L., Preller, K. H., Pokorny, T., Seifritz, E., & Vollenweider, F. X. (2017b). Dreamlike effects of LSD on waking imagery in humans depend on serotonin 2A receptor activation. Psychopharmacology, 234, 2031–2046.  

Kuypers, K. P. C., Riba, J., de la Fuente Revenga, M., Barker, S., Theunissen, E. L., & Ramaekers, J. G. (2016). Ayahuasca enhances creative divergent thinking while decreasing conventional convergent thinking. Psychopharmacology, 233, 3395–3403. 

Metzner, R. (2013). The toad and the jaguar. A field report of underground research on a visionary medicine: Bufo alvarius and 5-methoxy-diethyltryptamine. Berkeley, CA: regent press. 

Quednow, B. B., Kometer, M., Geyer, M. A., & Vollenweider, F. X. (2012). Psilocybin-induced deficits in automatic and controlled inhibition are attenuated by ketanserin in healthy human volunteers. Neuropsychopharmacology, 37, 630–640. 

Samorini, G. (2001). Animals and Psychedelics. Rochester, Vermont: Park Street Press. 

Siegel, R. (1989). Intoxication: The Universal Drive for Mind-Altering Substances. Rochester, Vermont: Park Street Press. 

Valle, M., Maqueda, A. E., Rabella, M., Rodríguez-Pujadas, A., Antonijoan, R. M., Romero, S., Alonso, J. F., Mananas, M. A., Barker, S., Friedlander, P., Feilding, A., &   Riba, J. (2016). Inhibition of alpha oscillations through serotonin-2A receptor activation underlies the visual effects of ayahuasca in humans. European Neuropsychopharmacology, 26, 1161–1175. 

Schafe in der Klinik

Hunde, Katzen, Hühner, Schafe und weitere Tiere werden in psychiatrischen Kliniken eingesetzt.  

Tiergestützte Interventionen kommen in Kliniken gut an. Doch der Einfluss von Tieren auf die menschliche Gesundheit ist schwierig zu untersuchen: Die wissenschaftliche Bestätigung der Wirksamkeit tiergestützter Therapien kämpft mit methodischen Schwierigkeiten.  

Von Jan Nussbaumer 
Lektoriert von Madeleine Lanz und Lisa Frisch


Leichter Nebel hing noch über dem Klinikareal in Basel und hüllte die über das Gelände verstreuten Einzelbauten sanft ein, als ich das erste Mal durch das Areal der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) geführt wurde. Eines der älteren Gebäude, Gebäude B, eine der beiden Villen aus den 1880er Jahren der Privatklinik der UPK, war umzäunt und einige Schafe grasten auf der Wiese davor. So zottelige Schafe hatte ich zuvor noch nie gesehen. Sogar der schwarze Kopf, der sonst weissen Schafe, war bewollt und seitlich standen die verdrehten Hörner ab. Doch über diese Geschöpfe, sogenannte Walliser Schwarznasenschafe, wurde kein Wort verloren – offenbar gehörten sie ganz selbstverständlich zur Klinik. Während meines Praktikums an der UPK stellte sich heraus, dass sie von Zeit zu Zeit um ein anderes Gebäude eingezäunt wurden und ich freute mich über jeden Tag, an dem ich die Schafe, vom Fenster meines Arbeitsplatzes aus, sehen konnte. Doch was machen Schafe in der Klinik? 

Schafe und andere Tiere 

Schafe gehören in Basel zum Angebot der tiergestützten Therapien, bei dem neben Schwarznasenschafen auch Zwergziegen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner und Katzen zum Einsatz kommen. Die tiergestützten Therapien werden in Kleingruppen von vier bis fünf Patienten|innen angeboten, erklärt Verena Winkler, Leiterin für Arbeitstherapie und naturnahe Therapien der UPK. Dabei werde mit Schafen, Ziegen, Hühnern, Kaninchen und Meerschweinchen gearbeitet. In der Einzeltherapie setze man hauptsächlich die Kleintiere ein. Anders als die Nutz- und Kleintiere bewegen sich die Katzen frei auf dem Gelände und bestimmen den Kontakt mit den Patienten|innen selber. Das Angebot sei sehr gefragt, ergänzt Winkler. Die Patienten|innen lernen einen achtsamen Umgang mit dem Tier zu pflegen, die Verhaltenssignale zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Der direkte Tierkontakt könne positive Gefühle auslösen und Patienten|innen motivieren weitere Aufgaben rund um das Tier wahrzunehmen und auszuführen. Das Tierwohl stehe für die Patienten|innen und Mitarbeitenden an erster Stelle. Verena Winkler betont, dass auch die tiergestützten Aktivitäten ein therapeutisches Angebot mit klar formulierten Zielen sei. Für jede|n Patienten|in gebe es eine ärztliche Verordnung mit spezifischer Zielsetzung.  

Roberto Tavaretti, Leiter der Dienste der Direktion Pflege, Therapien und Soziale Arbeit an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) und zuständig für das tiergestützte Angebot, erklärt, dass Aktivitäten mit Tieren etwa für Patienten|innen angezeigt sein können, die sich krankheitsbedingt noch nicht auf andere Therapieangebote einlassen können. Gerade für Patienten|innen mit niedrigem Selbstwert könne die Zuneigung, die sie im Tierkontakt erfahren, sehr wichtig sein. Der Zugang zu Tieren funktioniere anders: Tiere hätten keine Erwartungen und nähmen Patienten|innen an wie sie sind. Zudem wirke ihre Anwesenheit aggressionsmildernd. Die Patienten|innen reden miteinander über die Tiere und verändern so das Klima auf den Stationen. Tavaretti erklärt, dass das tiergestützte Angebot an der PUK in zwei Kategorien falle: Besuchstiere und Stationstiere. Zu den Besuchstieren gehören hauptsächlich Hunde, die bei spezifischen Aktivitäten und bei Einzeltherapien eingesetzt werden. So gebe es Therapeuten, die tiergestützte Ergotherapien oder tiergestützte Psychotherapien anbieten, wo das Tier etwa als Mittler oder Katalysator wirke. Die Stationstiere hingegen seien auf den Stationen, wodurch sich auch Möglichkeiten zu freien (ungelenkten) Interaktionen ergeben. Eine der Stationen habe beispielsweise vier Katzen, bei einer anderen gibt es Hühner und zwei weitere haben Hunde. Tavaretti erwähnt, dass der positive Einfluss der Tiere auf den Menschen seit Jahrhunderten aus der täglichen Erfahrung bekannt sei, doch werde erst seit wenigen Jahrzehnten entsprechende Forschung betrieben. 

Tiere zur Intervention, Therapie und Aktivität 

Die Geschichte über den Einsatz von Tieren in der Psychotherapie begann in den 1950er Jahren mit Jingles, dem Hund des Kinderpsychologen Boris Levinson. Jingles vermochte, was Levinson nicht vermochte: Er stellte eine Beziehung zu einem Kind her, das in der Behandlung nicht sprach. Dieses begann nun mit Jingles zu interagieren und sich mit ihm zu unterhalten. Damit veränderte Jingles die künftige Praxis seines Herrchens massgeblich. Denn obwohl jener zuerst zurückhaltend war und den Einbezug von Hunden als zu unorthodox empfand, erkannte er das Talent seines Hundes und setzte ihn von nun an öfters ein (Fine, Tedeschi, & Elvove, 2015; Fine, 2011). So veröffentlichte Levinson den ersten Beitrag über die Vermittlung der Kommunikation zwischen Therapeut|in und Patient|in durch den Einsatz von Hunden (Levinson, 1969). 

Zu Beginn war die Aufnahme seiner Ideen zögerlich, doch nach und nach wurden sie häufiger eingesetzt und die Forschung zu seiner tiergestützten Methode nahm zu. Nimer und Lundahl (2007) veröffentlichten schliesslich eine Metaanalyse über die bestehenden Studien, in der sie die Wirksamkeit der tiergestützten Therapien bestätigen konnten. Sie fanden moderate Effekte in den folgenden untersuchten Bereichen: Bei Kindern mit Diagnosen des Autismus-Spektrums, im Wohlbefinden inklusive Ängstlichkeit und Depression, in medizinischen Variablen und im beobachtbaren Verhalten, welches Aggressivität, Gewalt und das Befolgen von Regeln beinhaltete. Die Autoren verwendeten 19 verschiedene Begriffe für die tiergestützte Therapie, um Artikel für ihre Analyse zu finden. Dies lässt erahnen, wie verstreut und uneinheitlich die Forschung auf diesem Gebiet war.  

In der Literatur stösst man auf eine Reihe von Begriffen für tiergestützte Angebote, wobei sich inzwischen eine einheitliche Verwendung der Begriffe abzuzeichnen beginnt. Die wichtigsten Begriffe dürften animal-assisted intervention (AAI), animal-assisted therapy (AAT) und animal-assisted activity (AAA) sein. Die Begriffe sind selbsterklärend, doch sie werden teilweise unterschiedlich in Beziehung gesetzt. So war für Fine (2011) AAI ein genereller Überbegriff, worunter sowohl AAT als auch AAA fallen. Für McCardle, McCune, Netting, Berger und Maholmes (2011) sind AAT und AAI jedoch sehr ähnlich und grenzen sie von AAA ab. Für diese Autoren stellt human-animal interaction (HAI) der Oberbegriff dar unter den AAT, AAI und AAA fallen. Dies zeigt jedoch, dass die Abgrenzung zwischen AAT und AAA von allen Autoren gemacht wird. Eine neuere Konzeption von Fine und Mackintosh (2016) listet ergänzend auch animal-assisted education (AAE) als Teil der AAI auf (Siehe Darstellung). Folgend werden die Definitionen der International Association of Human-Animal Interaction Organizations (IAHAIO, siehe Kästchen) und die Einteilung von Fine und Mackintosh (2016) verwendet. Es dürfte unbestritten sein, dass es neben zielgerichteten Interventionen wie AAT und AAA, auch gesundheitsförderliche Interaktionen mit Tieren geben kann, die ohne Zielsetzung und spontan geschehen. Diese zählen zu den HAI, welche als umfassender Überbegriff verstanden werden und unter den jegliche Mensch-Tier-Interaktionen fallen, wie auch der Kontakt mit Wild- oder Haustieren (Fine, Tedeschi, & Elvove, 2015).  

Obwohl der moderne Einsatz von Tieren in der Therapie auf Levinson zurückgeht, gab es ab Ende des 18. und über das 19. Jahrhundert hinweg Institutionen, wie das oft erwähnte The York Retreat, die Tiere in der Behandlung von Geisteskranken einsetzten (Serpell, 2015). Doch im 20. Jahrhundert verschwanden die Tiere mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Medizin fast vollständig wieder aus den Kliniken und Spitälern (Allderidge, 1991). 

Weil wir seit langem mit Tieren leben 

Die lange Geschichte der Domestizierung von Tieren lässt erahnen, wie nahe Menschen mit ihren Tieren über Jahrhunderte zusammengelebt haben. Die Domestizierung begann etwa 15000 v. Chr., wobei man davon ausgeht, dass der Wolf das erste domestizierte Tier war und vor etwa 12000 Jahren die Grundlage zur Entstehung des Hundes bildete (Alves, Ribeiro, Arandas, & Alves, 2018). Schafe und Ziegen werden seit 7’000 bis 9’000 Jahren im mittleren Osten domestiziert und Anzeichen für das Zusammenleben von Mensch und Katze reichen etwa 9’500 Jahre zurück (Vigne, Guilaine, Debue, Haye, & Gérard, 2004). Doch dieser Prozess wurde nicht ausschliesslich vom Menschen gesteuert. So zogen die Nahrungsabfälle der Menschen kleinere Tiere an, welche daraufhin die Nähe zu den menschlichen Siedlungen suchten. Bei diesen Tieren kann man also nicht von einer direkten Selektion durch den Menschen sprechen, vielmehr ist es ein koevolutionärer Prozess (Alves, Ribeiro, Arandas, & Alves, 2018). Paradebeispiele dafür sind Hunde und Katzen (Zeder, 2012). Diese gemeinsame Entwicklung über tausende von Jahren verdeutlicht, wie natürlich das Zusammenleben von Menschen und Tieren ist, oder zumindest über lange Zeit war. 

Haustiere 

Doch zeigen Untersuchungen über den Einfluss von Haustieren auf die Gesundheit, gemischte Ergebnisse (Haverkos, Hurley, McCune, & McCardle, 2011). Es gibt Studien mit positiven Ergebnissen, die ein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten (Anderson, Reid, & Jennings, 1992) und höhere Überlebensraten nach einem Schlaganfall für Haustierbesitzer berichteten (Friedmann, Katcher, Lynch, & Thomas, 1980). Untersuchungen über den Einfluss von Haustieren auf die Gesundheit unterliegen jedoch häufig methodischen Schwierigkeiten. So ist die Wirkrichtung schwer zu beurteilen, weil es auch möglich ist, dass gesündere Menschen schlicht eher dazu neigen, sich Haustiere zuzulegen als weniger Gesunde. Längsschnittstudien wie die von Headey und Grabka (2007) sind eine Möglichkeit, sich dieser Problematik zu nähern. Sie fanden heraus, dass Personen, welche seit mindestens fünf Jahren ein Haustier besassen, am seltensten ihren Arzt aufsuchten. Ihre Untersuchung, mit Stichproben aus Deutschland und Australien, konnte die Frage nach der Ursache aber auch nicht abschliessend klären.  

Siegel (2011) äusserte ein grundlegendes Problem solcher Studien: Aus praktischen und ethischen Gründen können nur Personen untersucht werden, die sich selbst dazu entschlossen haben sich ein Haustier zuzulegen. Eine zufällige Zuordnung von Personen auf die Versuchsbedingungen solcher Studien wäre nicht zumutbar. Niemand kann zur Haltung eines Haustieres gezwungen werden, allein schon wegen der Verantwortung dem Tier gegenüber. Eine seltene Ausnahme bietet die Studie von Allen, Shykoff und Izzo (2001). Sie teilten Personen mit Bluthochdruck zufällig in eine Experimentalbedingung oder eine Kontrollgruppe ein. Die Personen in der Experimentalgruppe legten sich zusätzlich zur medikamentösen Behandlung, welche auch die Kontrollgruppe erhielt, einen Hund oder eine Katze zu. Sechs Monate später zeigten all jene Probanden|innen mit Haustier signifikant geringere Stressreaktionen. In einer Ruhebedingung konnte dieser Effekt konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Trotz der Zufallszuteilung auf die beiden Gruppen, ist zu kritisieren, dass sich gewiss nur jene für die Studie eingeschrieben haben, die von vornherein gewillt waren, sich ein Haustier zuzulegen. So könnten auch hier die Ergebnisse verzerrt sein.  

Neben der Kritik an den Studien, welche einen positiven Effekt von Haustieren auf die Gesundheit fanden, gibt es auch Studien, die keinen oder sogar einen negativen Einfluss entdeckten (Siegel, 2011). So untersuchten Parker und Kollegen (2010) Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei zeigten Haustierhalter – insbesondere solche mit Katzen – eine höhere Sterblichkeit und ein höheres Risiko für eine erneute Hospitalisierung.  

Für Siegel (2011) geht es deshalb nicht darum, ob Haustiere unsere Gesundheit fördern, sondern unter welchen Bedingungen sie das tun. Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass der Zusammenhang von Einsamkeit und selbstberichteter Gesundheit bei älteren Frauen mit Haustieren vollständig über die Bindung zum Haustier als Bewältigungsstrategie erklärt werden kann (Krause-Parello, 2008). Eine andere Studie legt nahe, dass Haustiere nur bei Alleinlebenden einen Unterschied ausmachen (Goldmeier, 1986). Auch bei Personen mit AIDS war der positive Einfluss von Haustieren auf Depressivität bei denjenigen am höchsten, die weniger soziale Unterstützung berichteten (Siegel, Angulo, Detels, Wesch, & Mullen, 1999). 

Jetzt wird geschoren 

Nimer und Lundahl (2007) kommen bei tiergestützten Therapien zum gleichen Schluss und sind der Meinung, dass es unbedingt mehr Forschung brauche, die untersucht, unter welchen Bedingungen diese hilfreich sind. Zudem äussern sie die Beobachtung, dass es viele Anekdoten und Fallstudien gibt, aber noch mehr Studien von hoher Qualität benötigt werden, um kritische Entscheidungsträger zu gewinnen, die noch nicht von dem Konzept überzeugt sind.  

Doch auch hier hemmt die Schwierigkeit randomisierte Studien durchzuführen die objektive Untersuchung auf diesem Gebiet. Zudem äusserte Gee (2011) die Kritik, dass Personen, die zu Interaktionen zwischen Mensch und Tier forschen, auf positive Ergebnisse hoffen, was die Ergebnisse weiter beeinflussen könnte. Der Glaube der beteiligten Therapeuten|innen an die Wirksamkeit lässt sich ebenfalls nicht kontrollieren und wären diese nicht überzeugt davon, würden sie nicht mit Tieren arbeiten. Diese methodischen Schwierigkeiten sollten jedoch kein Hindernis sein, Tiere in die klinische Tätigkeit zu integrieren. So war vor dem Einsatz von Blindenhunden deren Wirksamkeit wissenschaftlich auch nicht untersucht, trotz ihrer offensichtlichen Nützlichkeit (Gee, 2011). 

…um Wolle für die Zukunft zu haben 

An der UPK in Basel gebe es seit den 60er Jahren Tiere, erklärt Verena Winkler. Bereits vor 20 Jahren seien die Nutz- und Kleintiere therapeutisch in die Arbeit mit Patienteninnen einbezogen worden. In den letzten Jahren sei das tiergestützte Angebot ausgebaut und intensiver therapeutisch gestaltet worden. Durch die Vielfalt der verschiedenen Tierarten, können Wünsche der Patienten|innen bei der Auswahl eines Tieres berücksichtigt und positive Erfahrungen leichter ermöglicht werden. Dennoch gelte auch hier, dass die Kontaktaufnahme durch das Tier positiv bestätigt werden müsse. Ein Tier bleibe ein Tier und sie seien dafür verantwortlich auf das Wohl der Tiere zu achten, berichtet Winkler und ergänzt: Die Tiere werden in einem therapeutischen Kontext eingesetzt, um ein Ziel beim Menschen zu erreichen. Es gehe dabei nicht um das Tier, sondern in erster Linie um den Menschen. Tiere können keine Krankheit heilen, jedoch eine Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens herbeiführen. Im November letzten Jahres wurde ein zusätzliches Gebäude erstellt, das Tierhaus für Therapien, das dem Team von Verena Winkler ermöglicht, nebst den Gruppentherapien vermehrt auch Einzeltherapien anzubieten.   

Auch Roberto Tavaretti von der PUK ist überzeugt vom tiergestützten Angebot: «Wir hatten noch nie negative Reaktionen.» Es gebe nur positive Aspekte und koste fast nichts. Die Frage, ob es Pläne für die Erweiterung des Angebots gibt, verneint er jedoch. Man wolle die Entwicklung nicht zentral steuern oder drängen. Es sei wichtiger, Möglichkeiten für Projekte zu bieten und diese zu unterstützen, wenn sie durch die Initiative einzelner Personen zustande kommen. Die Motivation müsse von den Betroffenen kommen, da es mit einer zusätzlichen Belastung und mit Aufwand verbunden sei. Tavaretti gesteht, dass das Angebot nicht allen Patienten|innen nütze. Doch spürt man seine Begeisterung, wenn er anschliessend die Anekdote einer Frau berichtet, die ihre Mutter an die PUK begleitete und sagte: «Mami, da bisch guet ufghobe, da hets en Hund.» So gibt es Menschen, die Hunde mögen und solche die Katzen mögen. Ich muss wohl ein Schwarznasenschaf-Mensch sein.  

Definitionen der IAHAIO  

Animal-Assisted Intervention (AAI): Eine zielgerichtete und strukturierte Einflussnahme, bei der Tiere zum Einsatz kommen, um therapeutische Fortschritte bei Menschen zu erzielen. AAI schliesst AAT, AAA und AAE ein.  

Animal-Assisted Therapy (AAT): Eine zielgerichtete, geplante und strukturierte therapeutische Intervention von Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen, der Pädagogik oder der sozialen Arbeit. Das physische, kognitive, sozio-emotionale und allgemeine Funktionsniveau soll dadurch gesteigert werden. 

Animal-Assisted Education (AAE): Eine zielgerichtete, geplante und strukturierte Intervention von professionellen Pädagogen. Akademische Ziele, prosoziale Fähigkeiten und das kognitive Funktionsniveau stehen dabei im Fokus.  

Animal-Assisted Acitvity (AAA): Geplante und zielorientierte informelle Interaktionen und Besuche zu motivationalen oder erzieherischen Zwecken sowie zur Entspannung. Die Zielsetzung kann z.B. auf dem Spenden von Trost und Unterstützung liegen. 


Zum Weiterlesen

Fine, A. H. (2015). Handbook on Animal-Assisted Therapy (4th ed.). Amsterdam: Academic Press. 

«Wir hatten noch nie negative Reaktionen.» Roberto Tavaretti 

«Mami, da bisch guet ufghobe, da hets en Hund.» 

Literatur 

Allderidge, P. H. (1991). Sketches from the history of psychiatry: A cat, surpassing in beauty, and other therapeutic animals. Psychiatric Bulletin, 15, 759-762. 

Allen, K., Shykoff, B. E., & Izzo, J. J. (2001). Pet ownership, but not ace inhibitor therapy, blunts home blood pressure responses to mental stress. Hypertension, 38(4), 815-820. 

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