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Mit ‘Stimmung’ getaggte Beiträge

Wie bringe ich meine Stimmung nach oben?

Der Einfluss des Dopaminsystems auf unser Befinden

Von Janice Lienhard

Am liebsten würden wir uns ständig glücklich fühlen, obwohl wir kaum eine Person getroffen haben, bei der dies tatsächlich zutrifft. Trotzdem kennzeichnet uns das Streben nach konstantem Glück als Menschen. Zur Erklärung unserer Glücksfluktuationen wird hier die Theorie der «Pain-Pleasure-Scale» vorgestellt.

Von Engji Blickensdorfer
Lektoriert von Julia Küher und Anja Blaser
Illustriert von Janice Lienhard und Darius Hell

Jede Person weiss, wie es sich anfühlt, einen guten Tag zu haben. Manchmal beginnt es schon am Morgen im Bett, wenn sich das Aufstehen nicht mühsam, sondern erholsam und süss anfühlt. Beim Frühstücken schmeckt das Croissant besonders knusprig und ein Cappuccino dazu rundet die Geschmackspalette ab. Alles läuft rund. Der Sport macht Spass, die To-Do’s erledigen sich wie von selbst und am liebsten würde man jede Person anlächeln, die einem begegnet, weil man sich so gut fühlt. Wie schön wäre es, wenn jeder Moment unseres Lebens so aussehen würde? Bloss aber, dass wir als menschliche Wesen geboren wurden. In dieser komplexen Körperhülle existierend, sind wir mit Mechanismen ausgestattet, die ständig nach Balance suchen, so auch bei unserer Stimmung (Billman, 2020).

Streben nach Glück

Intuitiv ist es uns schon bewusst, dass wir uns nicht durchgehend glücklich und «high» fühlen können. Aber warum ist das so? Oftmals habe ich mich selbst gefragt: «Wieso geht es mir oft schlecht nach einem Tag mit sehr vielen Glücksmomenten? Warum habe ich mich innerlich leer gefühlt, unmittelbar nachdem ich mit der allerletzten Prüfung meines Bachelors in Psychologie fertig war? Warum fährt meine Laune nach unten, nachdem ich einen tollen Nachmittag mit meinen Freunden verbracht habe?» Dieses Jahr bekam ich unerwarteterweise eine Antwort auf diese Fragen, und zwar von einer Professorin von der Stanford University. Prof. Dr. Lembke untersucht seit mehreren Jahrzehnten das Thema «Sucht» und stellte im Rahmen ihrer Recherchen die Theorie der «Pain-Pleasure-Scale» auf (Lembke, 2021). Diese Theorie ist in der Lage, viele Phänomene zu erklären, darunter auch, warum es Personen nicht die ganze Zeit über gut gehen kann und wie es geschafft werden kann, die eigene Stimmung zu verbessern (Lembke, 2021). Die «Pain-Pleasure-Scale»bezieht sich hauptsächlich auf den Neurotransmitter Dopamin und deckt dessen Rolle im alltäglichen Verhalten auf (Lembke, 2021).

Dopamin in Kürze

Von Darius Hell

Dopamin ist ein Molekül bzw. ein Neurotransmitter, welches mit dem Erleben von Freude bzw. Lust korreliert (Jäncke, 2017). Noch dazu korreliert Dopamin mit Hochstimmung, Motivation und Zielstrebigkeit (Huberman, 2021). Lange waren Wissenschaftler*innen der Meinung, dass Dopamin als Reaktion auf für uns angenehme Stimuli ausgeschüttet wird. Jedoch wurde entdeckt, dass die Dopaminausschüttung eigentlich nicht die Konsequenz des angenehmen Stimulus an sich ist, sondern eine Reaktion darauf, dass der Stimulus antizipiert bzw. begehrt wird (Lieberman & Long, 2018). Wenn eine Person beispielsweise Eiscreme mag, wird Dopamin nicht wegen der Eiscreme an sich ausgeschüttet, sondern weil sie die Eiscreme haben möchte. Immer, wenn Ziele verfolgt werden, wird Dopamin ausgeschüttet (Huberman, 2021). Jede Person hat eine andere Dopaminbaseline und es wird vermutet, dass dies auf unterschiedliche Umwelt- und Genetikfaktoren zurückzuführen ist (Huberman, 2021). Dopamin ist mit vielen menschlichen Zuständen assoziiert. Beispielsweise wird das Burnout-Syndrom mit einem Dopaminmangel in Verbindung gebracht (Tops et al., 2007). Eine starke Dopaminausschüttung ist ebenfalls zuständig für die ausgeprägte Hochstimmung in der ersten Phase einer Liebesbeziehung (Lieberman & Long, 2018). Das Gefühl der Verliebtheit zum Partner dauert laut Anthropologin Helen Fischer 12 bis 18 Monate, weil die neue Beziehung in dieser Zeit neue Möglichkeit antizipieren lässt (Fisher, 2004). Dementsprechend wird sehr viel Dopamin ausgeschüttet, was für ein gutes Gefühl sorgt (Fischer, 2004). Des Weiteren ist eine Dopamindysfunktion bzw. Unterfunktion mit Symptomen von Aufmerksamkeitsstörungen assoziiert (Dawei et al., 2006).

«Pain-Pleasure-Skala»

Nach der obigen Ausführung, was Dopamin ist, lässt sich nun die Einbettung in die «Pain-Pleasure-Scale» besser verstehen. Prof. Lembke (2021) schreibt in ihrem Buch Dopamine nation, dass beim Streben nach oder beim Erleben von etwas, das für uns angenehm ist, ein bestimmtes Mass an Dopamin ausgeschüttet wird. Es wird ein Peak an Dopamin erlebt und sich gut gefühlt. Damit die Balance wiederhergestellt wird, bewegt sich die «Skala» unmittelbar nach dem Peak in die Gegenrichtung, was als «Schmerz» empfunden wird (Lembke, 2021). Dieser Schmerz ist jedoch nicht als ein echter physiologischer Schmerz zu verstehen, sondern als ein unangenehmes Gefühl, was infolge des jetzigen Mangels bzw. der Senkung an Dopamin entsteht. Am Beispiel der Eiscreme wird der «Schmerz» als ein Craving nach mehr Eiscreme sichtbar, wenn die Eiscreme aufgegessen ist. Wenn wir etwas Aufregendes erleben, macht es dieser Theorie nach Sinn, dass Schmerz in Form von Langeweile sichtbar wird. Die Anwesenheit einer schlechteren Stimmung infolge einer früheren guten Stimmung erscheint im Lichte dieser Theorie ebenfalls logisch. Dieses Phänomen ist nach Prof. Lembke ein normales alltägliches Phänomen, welches unser Sterben nach Balance widerspiegelt. Es beginnt uns dann sehr schlecht zu gehen, wenn wir die «Pain-Pleasure-Skala» zu sehr an das eine Extrem bringen, und zwar, wenn unser Hirn zu viel Dopamin ausschüttet (Lembke, 2021). Dies ist unter anderen in zwei Situationen der Fall: Beim Drogenkonsum und bei einer konstanten Anhäufung mehrerer dopaminausschüttenden Stimuli (Huberman, 2021).

«Pleasure and pain are processed in the same parts of the brain, and the brain tries hard to keep them in balance.»

Lembke, 2021, S. 1

Drogenkonsum

Bei den meisten Menschen gibt es eher selten Anlässe für eine sehr grosse Dopaminausschüttung, ausser beim Konsum von Drogen (Huberman, 2021). Prof. Huberman erklärt, dass beim Konsum von Drogen (z. B. Kokain) eine grosse Menge an Dopamin ausgeschüttet wird, was normalerweise mit viel «Pleasure» gleichzusetzen ist. Gemäss der Theorie wird nach jeder Dopaminausschüttung das gleiche Ausmass an Schmerz unmittelbar danach ausgelöst. Bei Drogenkonsument*innen wird der Abfall des Dopamins viel intensiver sein, und zwar im Verhältnis zum vorherigen Anstieg. Weil der «Schmerz» bzw. der Mangel an Dopamin für sie äusserst unangenehm und kaum aushaltbar ist, nehmen diese Personen mit grosser Wahrscheinlichkeit immer mehr Drogen zu sich, damit noch mehr Dopamin freigesetzt wird. Dieser Vorgang läuft unbewusst ab. Laut Prof. Huberman ist das Düstere an Drogen aber, dass sie eine graduelle Senkung der normalen Dopaminbaseline bewirken, sodass die Betroffenen insgesamt weniger «Pleasure» erleben (auch von anderen Stimuli) und sie durch das erfolglose Versuchen, den Dopaminspiegel wieder hochzubringen, die verfügbaren Dopaminvesikel in den Präsynapsen weiter erschöpfen (Huberman, 2021). Im Grunde genommen geht es ihnen schlecht, weil sie so fest versuchen, sich wieder gut zu fühlen.

Fehldiagnose ADHS

In seiner Vorlesung zu «Dopamin und Süchten» stellt Prof. Huberman (2021) das Beispiel eines Bekannten vor, bei welchem mit 14 Jahren eine ADHS-Diagnose vermutet worden sei. Er sei süchtig nach Videospielen und den sozialen Medien gewesen, weshalb er sich zusammen mit seinen Eltern dazu entschlossen habe, eine 30-tägige Handypause sowie eine Abstinenz von den sozialen Medien und Videospielen zu machen. Bis zum 14. Tag sei ihm dies äusserst schwergefallen, weil er seine vorhandenen Dopaminvesikel komplett erschöpft habe. Erst ab dem 14. Tag hätten sich neue Dopaminvesikel zu bilden begonnen, was dazu geführt habe, dass er sich graduell besser gefühlt habe. Am Ende habe der Junge keine ADHS-Symptome mehr gezeigt (Huberman, 2021).

Leistungsgesellschaft

Bei einer Anhäufung dopaminausschüttender Aktivitäten sind gesunde Menschen ebenfalls gefährdet, einen graduellen und sehr subtilen Abfall der Dopaminbaseline zu erleben (Huberman, 2021). In einer Leistungsgesellschaft ist dies oftmals der Fall, besonders wenn Druck verspürt wird, konstant leisten zu müssen, ohne gut abschalten zu können (Kuchel & Kuchel, 1991). Wie oft passiert es uns im Alltag, dass wir unsere Aufmerksamkeit sehr vielen Beschäftigungen zeitgleich widmen? Heute musste ich beispielsweise zwei Vorlesungen anschauen, diese zusammenfassen, emotional anspruchsvolle Sitzungen mit meinen Proband*innen im Praktikum durchführen, in Whatsappchats zurückschreiben, Einkaufen gehen, Zeit mit Freunden verbringen, etc. Menschen sind ständig von sehr vielen Stimuli umgeben, die die Aufmerksamkeit bzw. Dopamin beanspruchen, sodass es nicht überraschend ist, dass die Dopaminbaseline unmerklich ständig sinkt (Huberman, 2021).

Ich erinnere mich noch explizit an eine Vorlesung zu «Exekutiven Funktionen» von Prof. Dr. Lutz Jäncke im Jahre 2020, in welcher er uns auf Folgendes hinwies: «Wenn das Hirn sich daran gewöhnt hat, in einer gewissen Zeiteinheit mit Informationen bombardiert zu werden und es gleichzeitig nicht gelernt hat, diesen Reizen entgegenzuwirken bzw. sie gut zu verarbeiten, gibt es die Kontrolle gegenüber all den Reizen auf. Somit wird das Hirn von den Reizen getrieben und wird schliesslich zu deren Sklave». Ich nahm damals diese Informationen irgendwo im Gedächtnis auf, jedoch verstand ich deren Bedeutung erst im Jahr 2021, als ich mehrmals das Gefühl hatte, dass ich von meinem Alltag überwältigt werde und mich ausgebrannt fühlte. Als ich mein Verhalten im Rahmen der «Pain-Pleasure-Scale» zu analysieren begann, realisierte ich schnell, dass sich mehrere anspruchsvolle Aktivitäten zusammengehäuft hatten, was dazu führte, dass ich mein Dopaminsystem stark beanspruchte und der Dopaminabfall dementsprechend grösser war. Dies kann so weit gehen, dass es sich am Ende so anfühlt, als könnte kaum noch Freude an irgendetwas empfunden werden, was dem Zustand einer süchtigen Person ähnelt (Huberman, 2021).

«When we do something we enjoy—like playing videogames—the brain releases a little bit of dopamine and we feel good. But one of the most important discoveries in the field of neuroscience in the past 75 years is that pleasure and pain are processed in the same parts of the brain and that the brain tries hard to keep them in balance.»

Lembke, 2021, S. 1

Wie bringe ich meine Stimmung wieder hoch?

Wie können wir aber tatsächlich unsere Stimmung verbessern und dafür sorgen, dass es uns wieder gut geht? Gemäss der Theorie von «Pain-Pleasure» geht es nicht darum, etwas aktiv zu machen, um die Stimmung zu verbessern (Huberman, 2021). Dies würde vielmehr dazu führen, dass die Dopaminbaseline noch weiter sinkt. Erst wenn der Dopaminmangelzustand bewusst wird und dieser trotz des Schmerzes, Cravings und der Langeweile akzeptiert wird, wird verstanden, dass der Schmerz ein vorübergehender Zustand ist (Huberman, 2021). Mit dem Wissen, dass der Schmerz, wie auch immer er sich manifestieren mag (z. B. als Craving, Langeweile, schlechtere Stimmung) nur vorübergehend ist, kann sich selbst nach einer Woche mit anspruchsvollen Erlebnissen einen Tag geben werden, in dem bewusst nichts gemacht wird. Somit kann das Hirn neue Dopaminvesikel bilden und die Dopaminbaseline langsam erhöht werden, damit später wieder mehr Freude empfunden werden kann (Huberman, 2021).

Dank der Interpretation meiner Stimmung als Abhängige von Dopamin, bin ich noch bewusster darin geworden, wie ich meine Woche plane und wie ich meine Erlebnisse verteile. Es gelingt mir jetzt besser, anspruchsvolle Aktivitäten an unterschiedlichen Tagen zu verteilen, sofern das möglich ist. Wenn das nicht geht, nehme ich mir mindestens einen halben Tag zur Erholung, an dem ich nichts mache. Wenn ich mit den Wellen meiner Stimmung fliesse, statt sie zu meiner «perfekten» Vorstellung hinzubewegen, hat sie vielmehr die Tendenz, sich automatisch nach oben zu bewegen und auch dort länger zu verweilen.


Zum Weiterlesen

Lembke, A. (2021). Dopamine nation: Finding balance in the age of indulgence. Dutton.

Literatur

Billman, G. E. (2020). Homeostasis: The underappreciated and far too often ignored central organizing principle of physiology. Frontiers in Physiology, 11(200). https://doi.org/10.3389/fphys.2020.00200

Fischer, H. (2004). Why we love: The nature and chemistry of romantic love. Macmillan.

Huberman, A. (2021). Controlling Your Dopamine For Motivation, Focus & Satisfaction. (Abgerufen am: 10.01.2022). [Video]. https://www.youtube.com/watch?v=QmOF0crdyRU

Jäncke, L. (2017). Lehrbuch Kognitive Neurowissenschaften (2. Aufl.). Hogrefe AG.

Kuchel, O. G., & Kuchel, G. A. (1991). Peripheral dopamine in pathophysiology of hypertension. Interaction with aging and lifestyle. Hypertension, 18(6), 709–721. https://doi.org/10.1161/01.hyp.18.6.709

Lembke, A. (2021). Dopamine nation: Finding balance in the age of indulgence. Dutton.

Lembke, A. (2021). Digital addictions are drowning us in dopamine. The Wall Street Journal.

Li, D., Sham, P. C., Owen, M. J. & He, L. (2006). Meta-analysis shows significant association between dopamine system genes and attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). Human Molecular Genetics, 15(14), 2276–2284. https://doi.org/10.1093/hmg/ddl152

Lieberman, D. Z. & Long, M. E. (2018). The molecule of more. Benbella Books Inc.

Tops, M., Boksem, M. A. S., Wijers, A. A., van Duinen, H., Den Boer, J. A., Meijman, T. F., & Korf, J. (2007). The psychobiology of burnout: Are there two different syndromes? Neuropsychobiology, 55. 143–150. https://doi.org/10.1159/000106056

Was wir empfinden und wie wir sind 

Die Bedeutung von affektiven Zuständen für die Gerechtigkeit am Arbeitsplatz

Fehlende Gerechtigkeit am Arbeitsplatz ist kein seltenes Problem. Häufig führt sie zu Spannungen zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in. Deshalb befasst sich die Gerechtigkeitsforschung damit, wie Gerechtigkeit entsteht, um diese zu fördern. Folgend wird auf die Rolle von affektiven Zuständen fokussiert.

Von Anja Blaser
Lektoriert von Marina Reist und Laura Trinkler 
Illustriert von Anja Blaser

Gerechtes Verhalten wird als Normalzustand angesehen und fällt nicht auf – bis es fehlt (Goldman & Cropanzano, 2015). Bekannt ist, dass Erfahrungen von Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz bei den Betroffenen zu schlechterer Arbeitsleistung, mehr Feindseligkeit und höherer Ablenkbarkeit führen (Colquitt et al., 2014). Gerechtes Verhalten des Gegenübers ist demzufolge grundlegend für eine förderliche Arbeitsatmosphäre (Colquitt et al., 2001). Die Forschung liefert weiter einige Erkenntnisse darüber, wie beispielsweise gewisse Charakterzüge sowie die Glaubwürdigkeit und Kompetenz der handelnden Person mit deren Grad an gezeigter Gerechtigkeit verknüpft sind. Personen, die sich gerecht verhalten, werden demnach etwa kompetenter eingestuft als sich ungerecht verhaltende Personen (Zapata et al., 2013). Aber was macht Gerechtigkeit eigentlich aus?  

«Wenn die Gerechtigkeit untergeht, so hat es keinen Wert mehr, dass Menschen leben auf Erden.» 

Kant, 1797, S. 453 

Auf dem Weg zur Gerechtigkeit 

Gerechtigkeit wird meist in vier Dimensionen unterteilt: Distributiv, prozedural, informational und interpersonal. Die distributive Gerechtigkeit beschreibt das gerechte Verteilen von materiellen und symbolischen Gütern. Dabei wird es als gerecht wahrgenommen, wenn die Verteilung gewissen Regeln folgt. Bei der prozeduralen Gerechtigkeit ist vielmehr der Prozess einer Entscheidungsfindung im Fokus. Die betroffene Person wird demnach gerecht behandelt, wenn das Gefühl besteht, dass sie Einfluss auf die Entscheidung hat oder diese nach bestimmten Kriterien gefällt wird. Bei der informationalen Gerechtigkeit geht es um die Transparenz der erhaltenen Informationen. Die Handlung soll somit nachvollziehbar sein und mit den vorhandenen Informationen übereinstimmen. Die interpersonale Gerechtigkeit als letzte Dimension bezieht sich auf den zwischenmenschlichen Umgang (Colquitt et al., 2001). Auch hier wird folglich auf die interpersonale Spannung fokussiert.  

«Es kann nicht nicht kommuniziert werden.» 

Watzlawick, 2016, S. 58 

Generell haben die Erkenntnisse der organisationalen Gerechtigkeitsforschung in den vergangenen Jahrzehnten massiv zugenommen, besonders mit Blick auf die neuere Dimension – die interpersonale Gerechtigkeit (Colquitt et al., 2001). Diese wird definiert als die Einhaltung von Regeln im zwischenmenschlichen Kontakt, meist ausgeübt von Führungspersonen. Interpersonal gerechtes Verhalten beinhaltet demnach Höflichkeit, Respekt, Würde sowie Verzicht auf unangemessene Bemerkungen (Colquitt et al., 2014) und ist ein wichtiger Bestandteil verbaler Kommunikation. Kommunikation findet sich in in allen Teilbereichen der gesamten Organisation wieder. Dazu stellte Paul Watzlawick einst den Grundsatz auf, dass nicht nicht kommuniziert werden kann (Watzlawick et al., 2016). Ähnlich ist es mit interpersonaler Gerechtigkeit. Obwohl Menschen das interpersonal gerechte Verhalten nicht immer bewusst wahrnehmen, ist es immer Teil des zwischenmenschlichen Kontakts. Werden die Regeln diesbezüglich von Führungspersonen ignoriert, folgen bei den Mitarbeitenden Konsequenzen, wie etwa ein erhöhtes Krankheitsrisiko (Goldman & Cropanzano, 2015) sowie Wut und Widerstand gegenüber diesen Führungspersonen (Colquitt et al., 2001). 

Vom Gefühl zum Verhalten und wieder zurück 

Gerechtigkeit ist das objektive Mass der Beurteilung einer Handlung. Doch jede Handlung ist auch mit einem subjektiven Empfinden verbunden – der subjektiv empfundenen Fairness. Diese folgt somit nicht konkreten Regeln und ergibt sich aus den Umständen. Aus der Literatur ist bekannt, dass viele Einflussgrössen existieren, welche die Entstehung dieser subjektiv empfundenen Fairness signifikant verändern. Als Beispiel können die charismatischen Qualitäten der handelnden Person genannt werden (Rodell et al., 2017). Rodell und Kollegen (2017) begründen diesen Einfluss damit, dass Charisma positive Emotionen auslöst, welche das Fairnessempfinden positiv färben. Dass affektive Zustände die empfundene Fairness beeinflussen, wiesen zudem bereits Lind und van den Bos (2002) nach. Neben diesen Faktoren ist auch bekannt, dass Stimmung einen beachtlichen Einfluss auf die Wahrnehmung von Mensch und Umwelt hat (Barsky et al., 2011).  

Früher wurde die subjektiv empfundene Fairness gleichgesetzt mit der objektiven Gerechtigkeit (Goldman & Cropanzano, 2015). Die empfundene Fairness beschreibt jedoch, wie das Verhalten von einer Person subjektiv wahrgenommen wird und ist nicht die objektive Beurteilung des Verhaltens anhand gewisser Regeln (Goldman & Cropanzano, 2015). So spiegelt sie nicht die Angemessenheit wider, sondern die subjektive Empfindung ebendieser (Colquitt & Rodell, 2015). 

Die Wirkungsweise der Stimmung 

Es existieren grundsätzlich zwei Prozesse, wie Informationen verarbeitet werden. Neben der expliziten kognitiv kontrollierten Komponente gibt es eine implizite automatische Komponente (van den Bos, 2003). Da subjektiv empfundene Fairness nicht nach eindeutigen Regeln entsteht, scheint dies somit kein rein kognitiv basierter Prozess zu sein, sondern eher ein implizit affektbasierter (Rodell et al., 2017). Dabei beeinflusst der Affekt die Beurteilung vor allem dann, wenn diese erst umfassend konstruiert werden muss. Damit ist gemeint, dass verschiedenste Quellen für mögliche Informationslücken gesammelt und genutzt werden, um diese zu schliessen und daraus eine Beurteilung zu bilden. Demnach werden Erinnerungen oder bestehendes Wissen über ähnliche Sachverhalte als Informationsquelle genutzt, da gegenüber diesen bereits ein Vertrauen für eine korrekte Einschätzung besteht (Lind & van den Bos, 2002). Einfach ausgedrückt, scheint die subjektiv empfundene Fairness ein individuelles Bauchgefühl zu sein. Dieses entsteht dadurch, dass die Person sich unbewusst an bereits ähnlich erlebte Situationen erinnert und sich daran orientiert. So wie das Gefühl bezüglich dieser Situation war, so wird es für die jetzige Beurteilung übernommen. Bisherige Forschung zeigt, dass insbesondere überdauernde Eigenschaften, wie der Charakter, Emotionen oder die Motive der bewerteten Person, ausschlaggebend sind als solche Anhaltspunkte für die Bildung der subjektiv empfundenen Fairness (Rodell et al., 2017). Verhielt sich also eine hilfsbereite Person A in der Vergangenheit gerecht gegenüber einer Person B, dann wird in der Gegenwart eine andere hilfsbereite Person C von Person B auch eher als fair wahrgenommen. Immer häufiger wird jedoch auch die momentane Stimmung als einflussreiche Information zur Entstehung der Fairnessempfindung in Betracht gezogen und nicht nur als Konsequenz derer (Barsky et al., 2011; Barsky & Kaplan, 2007; Colquitt et al., 2013). Denn die momentane Stimmung verändert, wie erwähnt, die Informationswahrnehmung und -verarbeitung einer Person (Rodell et al., 2017).  

Da Stimmungen meist keinen konkreten Auslöser haben, kann dieser Einfluss der Stimmung eine Person bei der Urteilsbildung in die Irre führen (Schwarz, 2012). Die momentane Stimmung kann dann die subjektiv empfundene Fairness erhöhen oder vermindern. Was davon eintritt, hängt von der Stimmung ab, da je nach Stimmung Informationen unterschiedlich verarbeitet werden. So führt positive Stimmung eher zu heuristischen Überlegungen und negative Stimmung eher zu sorgfältigeren Denkprozessen (Forgas & George, 2001). 

Unter einer momentanen Stimmung wird eine vorübergehende Phase eines Gefühls verstanden (Watson & Vaidya, 2003). Im Vergleich zur Emotion ist die Intensität oft geringer, hält aber länger an. Konkrete Auslöser gibt es meist nicht, vielmehr besteht ein Zyklus über den Tag hinweg (Forgas, 1992). Die Stimmung kann trotzdem leicht beeinflusst werden (Watson & Vaidya, 2003). Unterschieden wird oft zwischen den fünf Ausprägungen Vitalität, Depressivität, Müdigkeit, Wut und Ängstlichkeit nach Cranford und Kollegen (2006).  

Stimmung ist nicht gleich Stimmung 

Genauer gesagt, hat sich gezeigt, dass mit positiver Stimmung eher top-down verarbeitet wird und mit negativer Stimmung bottom-up (Schwarz, 2012). Bei der top-down-Verarbeitung orientiert sich die Person an bestehendem Wissen und Erinnerungen an ähnliche Situationen und bildet daraus eine Erwartung an künftige Situationen. Diese Erwartung gleicht die Person schliesslich mit der jetzigen Situation ab (Forgas, 1994). Bei der bottom-up-Verarbeitung hingegen gewinnt die Person ihre Informationen aus der jetzigen Situation (Forgas, 1994). Für eine Einschätzung nimmt eine negativ gestimmte Person somit die Merkmale des jetzigen Verhaltens wahr und stuft sie neu ein, woraus ein neues Bild eines (un)fairen Verhaltens entsteht. 

Der stimmungsbedingte Informationsgehalt wird jedoch nicht nur als ergänzender Wegweiser der Informationsverarbeitung betrachtet, sondern fungiert als Informations-Lückenfüller (Barsky & Kaplan, 2007; Colquitt & Zipay, 2015; Forgas, 1994). Der Literatur zufolge wird durch die momentane Stimmung die Aufmerksamkeit auf die Stimuli gelenkt, welche dieser Stimmung entsprechen.  Daraus werden dann die nötigen Informationen gewonnen, wenn solche fehlen. Urteile fallen dann entsprechend dem Fokus auf positive oder negative Stimuli auch positiver oder negativer aus (Becker & Leinenger, 2011). Diese selektive Aufmerksamkeit entsteht durch die Aktivierung entsprechender Verbindungen im Gehirn, welche mit dieser Stimmung verknüpft sind (Forgas, 1995).  

Durch diese unterschiedliche Aktivierung sowie die unterschiedlichen Informationsverarbeitungswege top-down und bottom-up resultieren je nach Stimmung also andere Beeinflussungen der Denk- und Verhaltensweise, wie bereits Forgas (1994) berichtete. 

Die top-down-Verarbeitung führt dazu, dass bestehende stereotypische Bilder mit Schlüsselinformationen aus der Situation verknüpft sowie angepasst werden und bei positiver Stimmung für die Empfindung gemeinsam genutzt werden. Zudem fokussieren positiv gestimmte Menschen eher auf Externes aus der Umgebung und nicht auf sich selbst (Sedikides, 1992). Das beeinflusst die (Selbst-)Wahrnehmung dahingehend, dass sie flexibel ist und breite Informationen einbezogen werden. So werden trotz positiver Stimmung korrekt auch negative Bewertungen gebildet und fallen nicht positiver aus (Brief & Weiss, 2002).  

Die bottom-up-Verarbeitung bei negativer Stimmung hingegen führt dazu, dass auf die momentane Situation fokussiert wird. Dadurch findet eine engere Verarbeitung statt, da bestehendes Wissen nicht einbezogen wird (Barsky et al., 2011). Insbesondere liegen hierbei die negativen Eindrücke im Zentrum der Aufmerksamkeit, da diese stimmungskongruent und somit auffallender sind (Barsky et al., 2011; Forgas, 1992). Negativ gestimmte Personen sind zudem eher selbstzentriert (Sedikides, 1992). Die (Selbst-)Wahrnehmung wird dadurch so beeinflusst, als dass diese negativiert wird durch die eigene negative Stimmung. Je depressiver beispielsweise eine Person gestimmt ist, desto weniger fair nimmt sie das Verhalten wahr (van den Bos, 2003).  

Barsky und Kaplan (2007) wiesen ebenso bereits signifikante Zusammenhänge zwischen Stimmungen und der empfundenen Fairness nach. Bei allen bisherigen Forschungsdaten ist jedoch keine eindeutig kontinuierliche kausale Richtung der Beeinflussung ersichtlich. Das heisst, es ist unklar, ob die Stimmung beeinflusst, wie fair wir etwas wahrnehmen oder ob durch die Fairnessempfindung erst unsere Stimmung verändert wird.  

Offene Fragen der Zukunft 

In Anbetracht der wachsenden Literatur, welche sich mit der Rolle der Stimmung auseinandersetzt, ist zu sehen, dass ein Grossteil der Forscher*innen die Wichtigkeit deren anerkannt hat. Trotzdem gibt es diesbezüglich noch Lücken. Meist wird der Einfluss der Stimmung nur in Bezug auf die subjektiv empfundene Fairness betrachtet oder vermehrt auch auf die objektive Komponente – die interpersonale Gerechtigkeit. Obschon diese objektiv sein sollte und klaren Regeln folgt, kann es auch von den Bewertern zu subjektiven Einschätzungen kommen, welche von Stimmungen geleitet werden könnten. Weiter fehlt bis heute die gemeinsame Betrachtung der beiden Konstrukte «Fairness» und «Gerechtigkeit» und deren Übereinstimmung. In Bezug auf bestehende Nachweise über eine Beeinflussung der empfundenen Fairness durch die Stimmung liegt es nahe, dass die Rolle der Stimmung auch bei der vermuteten Übereinstimmung zwischen der selbst empfundenen Fairness und der interpersonal gezeigten Gerechtigkeit nicht vernachlässigt werden darf. Es reicht nämlich nicht, gerecht handeln zu wollen, um dies auch wirklich zu tun. Eine Führungsperson muss demnach selbst wahrnehmen können, wie sie tatsächlich handelt, denn erst so kann sie darauf reagieren und ihr Verhalten entsprechend verändern.  


Zum Weiterlesen

Barsky, A., & Kaplan, S. A. (2007). If you feel bad, it’s unfair: A quantitative synthesis of affect and organizational justice perceptions. The Journal of Applied Psychology92(1), 286-295. https://doi.org/10.1037/0021-9010.92.1.286 

Forgas, J. P., & George, J. M. (2001). Affective influences on judgments and behavior in organizations: An information processing perspective. Organizational Behavior and Human Decision Processes86(1), 3-34. https://doi.org/10.1006/obhd.2001.2971 

Rodell, J. B., Colquitt, J. A., & Baer, M. D. (2017). Is adhering to justice rules enough? The role of charismatic qualities in perceptions of supervisors’ overall fairness. Organizational Behavior and Human Decision Processes140, 14-28. https://doi.org/10.1016/j.obhdp.2017.03.001 

van den Bos, K. (2003). On the subjective quality of social justice: The role of affect as information in the psychology of justice judgments. Journal of Personality and Social Psychology85(3), 482-498. https://doi.org/sedik 

Literatur

Barsky, A., & Kaplan, S. A. (2007). If you feel bad, it’s unfair: A quantitative synthesis of affect and organizational justice perceptions. The Journal of Applied Psychology92(1), 286-295. https://doi.org/10.1037/0021-9010.92.1.286 

Barsky, A., Kaplan, S. A., & Beal, D. J. (2011). Just feelings? The role of affect in the formation of organizational fairness judgments. Journal of Management37(1), 248-279. https://doi.org/10.1177/0149206310376325 

Becker, M. W., & Leinenger, M. (2011). Attentional selection is biased toward mood-congruent stimuli. Emotion11(5), 1248-1254. https://doi.org/10.1037/a0023524 

Brief, A. P., & Weiss, H. M. (2002). Organizational behavior: Affect in the workplace. Annual Review of Psychology53(1), 279-307. https://doi.org/10.1146/annurev.psych.53.100901.135156 

Colquitt, J. A., Conlon, D. E., Wesson, M. J., Porter, C. O. L. H., & Ng, K. Y. (2001). Justice at the millennium: A meta-analytic review of 25 years of organizational justice research. Journal of Applied Psychology86(3), 425-445. https://doi.org/10.1037/0021-9010.86.3.425 

Colquitt, J. A., Long, D., Rodell, J., & Halvorsen-Ganepola, M. D. K. (2014). Adding the «in» to justice: A qualitative and quantitative investigation of the differential effects of justice rule adherence and violation. The Journal of Applied Psychology100(2), 278-297. https://doi.org/10.1037/a0038131 

Colquitt, J. A., & Rodell, J. B. (2015). Measuring justice and fairness. In R. S. Cropanzano & M. L. Ambrose (Eds.), The Oxford handbook of justice in the workplace (pp. 187-202). Oxford University Press. https://doi.org/10.1093/oxfordhb/9780199981410.013.8 

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